Temu gibt Ihnen ein Portal: die Bestellungen, einen Knopf für den Versandstatus und einen Abrechnungsbericht. Die ersten Monate trägt das. Steigt das Volumen, oder ist Temu nicht mehr Ihr einziger Kanal, wird aus dem Portal, in dem Sie arbeiten, ein Portal, in dem Sie nur noch nachschauen. Die eigentliche Arbeit – Bestand reservieren, kommissionieren, etikettieren, fakturieren, die Auszahlung abgleichen – muss in einem System stattfinden, das alle fünf Schritte beherrscht. In Odoo gibt es das bereits. Es fehlt nur, dass die Temu-Daten von allein hinein- und hinausfließen.
Ein Marktplatz-Portal ist keine Warenwirtschaft
Der Unterschied liegt nicht an der Oberfläche. Ein Verkäuferportal kennt seinen Kanal und sonst nichts: Es weiß, was Sie auf Temu verkauft haben, nicht, was im Regal übrig ist, nicht, was Sie anderswo zugesagt haben, und nicht, was die soeben versandte Einheit Sie gekostet hat. Es führt keine Buchhaltung, stellt keine Rechnung aus und druckt kein Versandlabel. Jedes dieser Teile landet in einer eigenen Tabelle – und Tabellen sagen einander nicht Bescheid, wenn sich etwas ändert.
Beim Bestand darf nur ein System führen
Führt Temu seine eigene Stückzahl und Ihr Lager seine eigene, verkaufen Sie früher oder später dieselbe Einheit zweimal. Die Lösung heißt nicht schneller synchronisieren, sondern: Es gibt genau einen echten Bestand, den in Odoo, und jeder Kanal bekommt eine daraus berechnete Zahl samt Sicherheitspuffer. Wie sich der Bestand auf mehrere Kanäle verteilt, erklärt unser Beitrag Mehrere Marktplätze in einem Odoo (auf Englisch). Und wenn Sie heute nur auf Temu verkaufen, ist das Problem kleiner, aber nicht weg: Retouren und Bestandskorrekturen verschieben die Zahl weiterhin unangekündigt.
Vom Auftrag zum Lieferschein und vom Lieferschein zum Label
Den Auftrag zu importieren ist nicht das Ende, sondern der Anfang. Dieser Auftrag muss Bestand reservieren, einen Lieferschein mit der für die Kommissionierung sichtbaren Frist erzeugen, an den Paketdienst übergeben werden und die Sendungsnummer fristgerecht an Temu zurückmelden. Wird der Versand im Portal des Paketdienstes abgewickelt, kopiert jemand die Sendungsnummer von Hand, und die echten Versandkosten erreichen Ihre Marge nie. Liegt der Lieferschein in Odoo, entsteht das Label aus dem Lieferschein und die Sendungsnummer geht von allein zurück; so sind unsere Versand-Anbindungen (auf Englisch) gebaut.
Das genaue Mapping beim Import – eindeutige Kennung, Varianten, Steuern und Stornierungen – steht in unserem englischsprachigen Beitrag Temu-Bestellungen nach Odoo importieren. Hier geht es um das, was danach passiert.
Fakturierung: Es gilt die Steuer des Bestimmungslandes
Ein Marktplatz stellt Ihre Rechnungen nicht aus. Jede Bestellung kommt in ihrer Währung und mit der Steuer des Bestimmungslandes, nicht des Landes Ihres Unternehmens. In Odoo heißt das: Steuerzuordnungen, Preislisten je Währung und ein Journal, das zum Monatsende stimmt. Fakturieren Sie aus Spanien heraus, kommt VeriFactu hinzu, mit Hash-Kette und Übermittlung an die spanische Steuerbehörde AEAT; unser Modul kostet einmalig 49 EUR im Odoo App Store. Mit einem CSV-Export aus dem Portal ist davon nichts erledigt.
Was Temu Ihnen auszahlt, ist nicht das, was Sie verkauft haben
Zwischen Verkauf und Geldeingang liegen Gebühren, Aktionen, Strafen, Retouren und Korrekturen. Die Abrechnung kommt aggregiert, und wenn niemand sie gegen die zugrunde liegenden Bestellungen abgleicht, hat die Frage „Verdient dieser Kanal Geld?“ keine Antwort, sondern nur Meinungen. Abrechnungen nach Odoo zu holen und Zeile für Zeile abzugleichen macht aus „Wir verkaufen viel auf Temu“ eine Zahl mit Vorzeichen. Auf jedem Marktplatz dieselbe Arbeit, nur mit anderen Namen.
Wann Sie besser gar nichts einführen
Wenn Sie zwanzig Bestellungen im Monat abwickeln, mit einem Kanal und einem Lager, reichen das Temu-Portal und eine sauber geführte Tabelle. Dafür eine Warenwirtschaft aufzusetzen heißt, Geld und Wochen in ein Problem zu stecken, das Sie noch nicht haben. Anders wird es, sobald der zweite Kanal dazukommt, das Lager nicht mehr in einen Kopf passt oder die Buchhaltung einen Monat hinterherläuft. Das sagen wir lieber vorher als mitten im Projekt.
Was unser Connector leistet
Der Temu-Connector für Odoo importiert Bestellungen und Stornierungen als Odoo-Verkäufe, die späteste Versandfrist immer im Blick, überträgt Katalog, Preise und Bestand je SKU aus der Warenwirtschaft und meldet den Versand samt Sendungsnummer an Temu, sobald der Lieferschein validiert ist. Dazu kommen die Versanddokumente, die Retouren und die Steuerrechnungen, die Temu ausstellt. Die Steuer je Land regeln die Steuerzuordnungen in Odoo, nicht der Connector. Er läuft unter Odoo 17, 18 und 19; die Migration auf Odoo 20 folgt am Tag der Veröffentlichung. Den Katalog- und Preisteil, der beim Start die meiste Zeit kostet, beschreibt unser englischsprachiger Beitrag Temu-Produkte und -Preise synchronisieren.
Häufige Fragen
Kann ich mit Temu allein starten und später Kanäle ergänzen?
Ja, und das ist die sinnvolle Reihenfolge. Steht die Warenwirtschaft ab dem ersten Kanal im Zentrum, ist der zweite nur noch Konfiguration und kein neues Projekt.
Brauche ich Odoo Enterprise?
Der Connector läuft in Community und in Enterprise. Der Unterschied liegt in der Buchhaltung: Community bietet Fakturierung, keine vollständige Buchhaltung. Führt ein Steuerberater Ihre Bücher, genügt Community meist.
Wie lange dauert die Inbetriebnahme?
Das hängt davon ab, wie viele Artikel zu mappen sind und ob die Steuerkonfiguration je Land schon steht. Zeit kostet fast nie die Anbindung, sondern der Katalog und die Stammdaten.
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Temu läuft gut, das Backoffice nicht?
Sagen Sie uns, wie viele Bestellungen Sie im Monat abwickeln, in welchen Ländern Sie verkaufen und wo Bestand und Fakturierung heute liegen. Wir sagen Ihnen, was zuerst in die Warenwirtschaft gehört und was warten kann. Schreiben Sie an comercial@flexigobe.com oder buchen Sie ein Gespräch.

