„Die Amazon-Bestellungen laufen doch automatisch in Odoo ein.“ Stimmt. Die entscheidende Frage ist aber eine andere: Kommen sie mit allem an, was Sie zum Kommissionieren, Fakturieren und Abstimmen brauchen? Das Problem ist selten die Verbindung – ein Ausfall fällt sofort auf –, sondern das Mapping der Daten. Eine falsch importierte Bestellung meldet keinen Fehler. Sie beschert Ihnen im Oktober eine doppelte Lieferung und im Januar Umsatzsteuerzahlen, die nicht aufgehen.
Was eine Amazon-Bestellung mitbringt – und was noch nicht
Der Bestellkopf enthält die Bestellkennung, das Kaufdatum, den Status, den Versandkanal (FBA oder FBM), den Marktplatz und das späteste Versanddatum. Die Positionen kommen separat: mit ASIN, Ihrer Verkäufer-SKU, Menge, Preis, Steuer und Versandkosten als eigenen Beträgen, dazu Aktionsrabatte. Und es gibt ein Zeitfenster, in dem eine Bestellung zwar existiert, aber nichts Verwertbares enthält: Solange die Zahlung nicht autorisiert ist, steht sie auf „Ausstehend“ – die Positionen ohne Preise und Steuern, keine brauchbare Lieferadresse. Legt Ihr Import sie genau dann an, entsteht ein halbleerer Auftrag, den hinterher niemand mehr sauber repariert bekommt.
Die Bestellkennung entscheidet: ohne sie drohen Dubletten
Jede Bestellung kommt mit ihrer Amazon-Kennung. Diese Nummer muss am Odoo-Auftrag gespeichert sein und als Erstes abgefragt werden, bevor irgendetwas angelegt wird. Legt der Import zuerst an und prüft danach, hinterlässt jeder Wiederholungslauf – ein Verbindungsabbruch mitten im Lauf, ein Cronjob, der sich mit dem vorherigen überschneidet, eine manuell gestartete Synchronisation, während die automatische noch läuft – zwei identische Aufträge und zwei Lieferungen. Speichern Sie auch die Kennung jeder Position: Nur so erkennen Sie eine geänderte Position, ohne den kompletten Auftrag zu löschen und neu anzulegen.
Ein Detail, das nebensächlich wirkt, es aber nicht ist: Die Prüfung muss durch einen Unique-Index in der Datenbank abgesichert sein, nicht nur durch eine vorgeschaltete Suche in Python. Zwei parallel laufende Prozesse können die Suche beide passieren – und legen dann beide einen Auftrag an.
Adressen: eingeschränkt verfügbar und löschpflichtig
Käuferdaten sind beim normalen Abruf einer Bestellung nicht dabei. Lieferanschrift und Kontaktdaten müssen gesondert angefordert werden, mit einer eigenen Berechtigung für geschützte Daten (Restricted Data Token), und die E-Mail-Adresse ist ein Amazon-Alias, der irgendwann nicht mehr funktioniert. Hinzu kommt: Sie dürfen diese Daten nicht auf Dauer speichern. Nach Ablauf der Frist aus Amazons Datenschutzrichtlinie für Entwickler sind personenbezogene Daten zu löschen; bleiben darf nur, was steuerrechtlich aufbewahrt werden muss. Für Odoo heißt das zweierlei: Nicht für jeden Käufer lohnt sich ein dauerhafter Kontakt, und Sie brauchen einen bewusst konzipierten Löschprozess – nicht das Prinzip Zufall.
Steuern: Oft führt Amazon sie ab, nicht Sie
Auf etlichen Marktplätzen behält Amazon die Umsatzsteuer ein und führt sie selbst ab – und die Bestellpositionen können ausweisen, wer dafür verantwortlich ist. Setzt Ihr Import immer dieselbe Steuer an, ohne dieses Feld auszuwerten, liegt die Buchhaltung in beide Richtungen daneben: Sie melden zu viel oder zu wenig Umsatzsteuer. Vor der ersten Bestellung sollten deshalb stehen: eine Steuerzuordnung je Zielland, eine Preisliste je Währung und eine klare Regel für den Fall, dass Amazon die Steuer schuldet. Wie das je Marktplatz aussieht, beschreibt unser englischsprachiger Beitrag Selling on several Amazons from one Odoo.
Stornierungen: nur neue Bestellungen zu lesen reicht nicht
Eine Bestellung kann storniert werden, solange sie noch aussteht – dann war sie nie eine echte Bestellung. Und sie kann storniert werden, nachdem sie in Odoo angekommen ist und bevor sie das Lager verlässt: Kann Ihre Synchronisation nur anlegen, erreicht Sie die Stornierung nie, und Sie versenden Ware, die niemand bezahlt. Der Import muss bereits bekannte Bestellungen innerhalb eines Zeitfensters erneut lesen, gesteuert über das Datum der letzten Änderung, statt nur nach neuen zu fragen. Und ist die Lieferung bereits validiert, ist das keine Stornierung mehr, sondern eine Retoure – und wird als solche gebucht.
Was unser Connector leistet
Der Amazon-Connector für Odoo übernimmt den Bestellimport unter Odoo 17, 18 und 19 – und unter Odoo 20 ab dem Tag der Veröffentlichung: Er legt keinen Verkaufsauftrag an, solange Amazon die Bestellung als ausstehend führt, speichert die Amazon-Kennung mit einer Eindeutigkeitsprüfung je Konto und verwendet einen bereits vorhandenen Verkaufsauftrag weiter, statt ihn zu duplizieren. Die Kennung jeder Position bleibt erhalten, die Lieferadresse wird in einem eigenen Abruf geholt, und Bestellungen werden nach dem Datum der letzten Änderung erneut gelesen – Statusänderungen einschließlich Stornierungen erscheinen so am Verkaufsauftrag. Steuerentscheidungen nimmt er Ihnen nicht ab: Standardmäßig kommt die Bestellung ohne Steuern an; schalten Sie die Rechnungsstellung aus Odoo ein, setzt er die Steuern des Produkts über die von Ihnen eingerichtete Steuerzuordnung an. Läuft bei Ihnen bereits eine Anbindung, die Probleme macht, ist die richtige Antwort manchmal, die vorhandene zu reparieren, statt eine neue zu kaufen.
Häufige Fragen
Wie oft sollten Bestellungen importiert werden?
Mehrmals pro Stunde ist sinnvoll – aber gefiltert nach dem Datum der letzten Änderung, nicht jedes Mal über die gesamte Historie. Die Amazon-API arbeitet mit Rate Limits, und ein Lauf, der zu viel anfordert, hat genau dann kein Kontingent mehr, wenn das Verkaufsvolumen am höchsten ist.
Lassen sich alte Bestellungen importieren?
Ja, über einen einmaligen Erstimport mit festgelegtem Datumsbereich. Gibt es bereits manuell angelegte Aufträge, tragen Sie dort die Amazon-Kennung ein, bevor Sie die Synchronisation aktivieren – sonst legt der erste Lauf sie ein zweites Mal an.
Und Bestellungen über Amazon Business?
Sie sind als solche gekennzeichnet, und der Geschäftskunde erwartet eine Rechnung mit seinen Steuerdaten. Behandeln Sie sie vom ersten Tag an getrennt: Wer sie wie Privatkundenaufträge abwickelt, muss Rechnungen später neu ausstellen.
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Die Bestellungen kommen an, aber nichts geht auf?
Sagen Sie uns, auf welchen Marktplätzen Sie verkaufen, ob per FBA, FBM oder beidem, und wo es hakt: Dubletten, Steuern oder Stornierungen. Wir prüfen zuerst das Mapping und schlagen erst danach etwas vor. Schreiben Sie an comercial@flexigobe.com oder vereinbaren Sie einen Gesprächstermin.

